Ruhrtriennale

RUHRTRIENNALE

MEINUNGSFREIHEIT BLOSS NICHT FÜR JUDEN

 

Anschreiben von Gaby Spronz:

 

Sehr geehrte Frau Pfeiffer-Poensgen,

Sehr geehrte Frau Carp,

Sehr geehrter Herr Laschet,

Sehr geehrter Herr Dr. Lammert,

 

"Freedom of Speech/Freiheit der Künste" oder ist es legitim, als Teil dieser Freiheiten dieses Recht Juden abzusprechen.

 

Frau Carp, Sie sprechen sich für die Meinungsfreiheit bzw. die Freiheit der Künste aus.

Diese Ziele unterstütze ich uneingeschränkt ebenfalls.

Das Problematische an Ihrer Aussage wird erkennbar, wenn es um BDS geht.

BDS strebt bekanntlich an, Juden generell jeden Auftritt zu untersagen, unabhängig davon, ob dieser politisch oder künstlerisch ist.

So hat BDS in jüngerer Zeit etwa folgende Aktionen durchgeführt resp. sich mit ihnen solidarisiert:

BDS versucht eine Veranstaltung der Humboldt-Universität mit der Holocaust-Überlebende Dvora Weinstein, 81, zu torpedieren.

Und

Der Ausschluss der 7-Jährigen Schach-Europameisterin Liel Levitan, da sie eine israelische Jüdin ist. (Erst auf politischen Druck von ausen wurde sie zu der Weltmeisterschaft in Tunesien zugelassen).

 

Wenn nun diskutiert werden sollte, ob die Unterstützung von BDS zur Meinungsfreiheit gehört, bedeutet es gleichzeitig, gehört der Boykott der Meinungsfreiheit von Juden zur Meinungsfreiheit.

Streng genommen ist dies eine Förderung von Diskriminierung.

Die beabsichtigte Podiumsdiskussion, die durch Staatsgelder finanziert wird, macht damit Diskriminierung von Juden salonfähig.

 

Frau Carp, für nächstes Jahr haben sie angekündigt, die israelische Künstlerin Ofira Henig einzuladen.

Sie haben sich beschwert, es sei unmöglich arabische Künstler einzuladen, die BDS nicht unterstützten. Es wäre mir ohne Weiteres möglich, der Ruhrtriennale solche Künstler zu vermitteln, aber ich lasse Ihre Aussage so stehen.

Im Falle der israelischen Künstlerin haben Sie jedoch die berühmte Nadel im Heuhaufen gefunden.

Frau Ofira Henig ist nämlich nicht nur BDS Anhängerin, sie weigert sich sogar, sich als Israelin bezeichnen zu lassen.

Frau Ofira Henig als Vertreterin Israels einzuladen ist daher vergleichbar damit, Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe als Vertreter Deutschlands eingeladen.

Ihr Weg Frau Carp scheint recht konsequent zu sein.

 

Dies bringt mich zu den folgenden Fragen:

• Ist BDS ihr Programm?

• Verneinen Sie das Existenzrecht Israels?

• Verneinen Sie die Meinungsfreiheit für Juden, die keine Israelgegner sind?

• Verneinen Sie die künstlerische Freiheit für Juden, die keine Israelgegner sind?

 

Frau Carp, Sie haben die Diskussion auf einen Samstag gelegt und weigern sich das Datum zu ändern, wodurch jüdische bzw. israelische Vertreter von der Veranstaltung ausgeschlossen werden- folgen Sie damit im Geiste der BDS?.

 

Nun bin ich nicht religiös und biete meine Teilnahme an der geplanten Diskussionsrunde an.

Ich bin nicht nur BDS-Gegner, sondern als jüdischer Israeli auch ein Boykott-Ziel der BDS.

 

Frau Pfeiffer-Poensgen, Herr Laschet und Herr Dr. Lammert,

 

die offizielle Politik Deutschlands strebt nach Normalisierung und Frieden im Nahen Osten, zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn.

Die BDS Dachorganisation hingegen bekämpft vehement jede Normalisierung der Lage.

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Firma Soda Stream, die ein Modell für Koexistenz mit jüdischen und palästinensischen Mitarbeiter startete, als Ziel eines Boykotts der BDS ausgesucht wurde.

Selbst nach der Verlagerung ins Kernland Israels wurde der Boykottaufruf fortgesetzt, da Soda Stream das gleiche Koexistenz-Modell mit muslimischen Beduinen realisierte.

Ein anderes Beispiel ist die neue Siedlung Rawabi, die erste für Palästinenser errichtete Stadt jenseits der Grünen Linie.

Rawabi ist eine fertige moderne Stadt, die wegen des Boykotts als Geisterstadt endete. Der ganz offizielle Grund ist die Gefahr der Normalisierung.

BDS will ja die Palästinenser auf der Straße, mit Steinen und Molotow-Cocktails in der Hand.

 

Frau Pfeiffer-Poensgen, Herr Laschet und Herr Dr. Lammert, ich frage mich wie die o. g. Veranstaltung von Ihnen unter den beschriebenen Umständen geduldet werden kann.

De facto ist diese Veranstaltung eine PR- und Legitimierungs-Maßnahme für BDS auf Staatskosten.

Dabei haben alle demokratischen Parteien Deutschlands BDS als antisemitisch bezeichnet.

Ich bitte Sie, dies nicht zuzulassen.

 

Frau Carp,

sollte die Veranstaltung stattfinden, so steht mein o. g. Angebot.

Geben Sie mir bitte möglichst früh Bescheid.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gaby Spronz

 

 

 

Antwort von Frau Carp:

 

 

Antwort von Frau Pfeiffer-Poensgen:

 

Antwort von Herrn Laschet:

,

Antwort von Herrn Dr. Lammert: